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EMDR: was ist das eigentlich? Und wozu ist es gut?

Geht es Ihnen auch so? Manchmal passieren Dinge, die Sie einfach nicht vergessen können.

Manchmal sind es schlimme Erfahrungen. Momente, in denen Sie sich machtlos fühlen, hilflos und ausgeliefert. Jemand überschreitet Ihre Grenzen: durch Gewalt oder auf subtile Weise —, und Sie merken es zunächst gar nicht. Oder es passiert ein Unfall: einen kurzen Moment haben Sie nicht aufgepasst, und mit einem Schlag ist alles anders. Oder Sie werden von Menschen schlecht behandelt, mit denen Sie täglich zu tun haben, fühlen sich gedemütigt und haben Angst vor jedem neuen Tag.

Die Zeit heilt alle Wunden?

Es gibt viele Dinge, die uns nicht loslassen, weil sie uns zu sehr Angst gemacht haben. Sie belasten uns jeden Tag und oft auch in der Nacht. Wir hoffen, sie mit der Zeit zu vergessen, aber manchmal gelingt uns das nicht. Sie bleiben, quälen uns und lassen uns nicht mehr ruhig schlafen.

Die gute Nachricht ist: Es gibt Wege, diese Last zu lindern. Einer dieser Wege ist EMDR.

Was unverarbeitet liegen blieb, kann seinen Platz finden.

Was im Gehirn passiert

Bei traumatischen Erlebnissen ist das Informationsverarbeitungssystem gestört. Die Erinnerung wird isoliert abgespeichert, also nicht in die allgemeinen Erinnerungsnetzwerke eingebunden. Der Hippocampus, das Gedächtniskontrollzentrum, auch das „cool system“ genannt, arbeitet in einem solchen Fall vorübergehend nicht richtig.

Gleichzeitig ist die Amygdala besonders aktiv, unser „hot system“. Sie ist so etwas wie die Feuerwehr im Gehirn und reagiert auf Angstsignale: Eine Gefahr wird schnell, aber ungenau eingeschätzt, um im Bedarfsfall Kampf oder Flucht in Gang zu setzen. Die unter hohem Stress aufgenommenen Erlebnisinhalte werden dabei zerteilt, aber nicht in das biografische Gedächtnis überführt. Sie bleiben als Bruchstücke liegen und warten auf ihre Verarbeitung.

Genau hier setzt EMDR an. Francine Shapiro, die Entwicklerin der Methode, hat es so beschrieben: Wir lernen, was nützlich ist, verabschieden, was unnütz ist, und speichern die Erinnerungen dann so ab, dass sie uns nicht länger schaden.

Wie eine Behandlung abläuft

  1. Stabilisierung und Vorbereitung. Wir schaffen Sicherheit und stärken Ihre Ressourcen.
  2. Auswahl des Themas. Eine belastende Erinnerung wird gezielt ausgewählt.
  3. Anregung beider Gehirnhälften. Über Augenbewegungen, Töne oder Berührung.
  4. Neubewertung. Es entstehen neue, hilfreiche Verknüpfungen.
  5. Abschluss. Wir ordnen ein und planen, wie es weitergeht.

Viele Menschen berichten nach einer gut begleiteten EMDR-Behandlung von stabileren Alltagsgefühlen und davon, dass belastende Erinnerungen weniger Raum einnehmen.

Mehr über EMDR in meiner Praxis

Mit Unterstützung lässt sich vieles leichter lösen

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