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Ich fühle mich leer: wann aus Traurigkeit eine Depression wird

Niedergeschlagenheit, trübe Stimmung, Traurigkeit: wer kennt das nicht. Meistens geht es vorüber. Manchmal nicht.

Wenn wir schlechte Nachrichten bekommen haben oder uns mit ungelösten Problemen, Misserfolgen oder Enttäuschungen herumschlagen müssen, dann plagen uns depressive Verstimmungen. Das ist normal und nichts weiter als eine natürliche Reaktion, die ein paar Tage anhält, bis die Lebensfreude sich wieder einstellt.

Doch wenn Sie sich jeden Tag aufs Neue matt und leer fühlen, wenn Sie kaum noch Freude am Leben haben und sich von einem Tag zum anderen schleppen, könnte es sein, dass Sie an einer Depression leiden. Viele Menschen nehmen ihre Gefühle nicht ernst, schieben sie zur Seite und denken: „Das geht wieder vorbei.“ Dabei könnte frühzeitige Hilfe viel Leid ersparen.

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie begleite ich Menschen mit Depressionen ganzheitlich auf dem Weg zurück zu mehr Lebensfreude, Kraft und sozialer Teilhabe.

Eine Depression ist dabei nichts Seltenes. Etwa jeder fünfte bis sechste Erwachsene ist im Lauf seines Lebens mindestens einmal davon betroffen; Frauen bekommen die Diagnose etwa doppelt so oft wie Männer. Je nach Schweregrad beeinflusst eine Depression das Leben im Privaten ebenso wie im Beruf oder in der Schule. Sie verändert das Denken, Fühlen und Handeln und kann verschiedene Körperfunktionen beeinträchtigen.

Zahlen nach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Viele Menschen nehmen ihre Gefühle nicht ernst und denken: Das geht schon wieder vorbei.

Foto: Warren, Unsplash

Woran Sie eine Depression erkennen können

Eine Depression zeigt sich nicht nur in der Stimmung. Sie geht durch den ganzen Menschen, durch das Denken ebenso wie durch den Körper.

  • Anhaltend gedrückte, traurige Stimmung oder Resignation, fast den ganzen Tag
  • Verlust an Freude, Desinteresse an fast allen Tätigkeiten (Anhedonie)
  • Deutliche Veränderung von Appetit oder Gewicht, nach oben wie nach unten
  • Schlafstörungen: Einschlafen, Durchschlafen, frühes Erwachen oder vermehrter Schlaf
  • Energiemangel, Müdigkeit, geringe Belastbarkeit
  • Beeinträchtigtes Denken, Konzentrationsprobleme, Schwierigkeiten zu entscheiden
  • Gefühl von Wertlosigkeit, große Schuldgefühle, Selbstvorwürfe
  • Verlangsamung und Kraftlosigkeit oder umgekehrt innere Übererregung
  • Verminderte Libido, Menstruationsprobleme
  • Unspezifische Schmerzen, vor allem Kopf- oder Bauchschmerzen
  • Wiederkehrende Gedanken an Tod oder Suizid, Suizidpläne, Suizidversuche

Die Welt ist noch da. Sie kommt nur nicht mehr an.

Wann man von einer Depression spricht

  • Die Symptome bestehen fast jeden Tag über mindestens zwei Wochen.
  • Zusätzlich zur gedrückten Stimmung und zur Freudlosigkeit treten mindestens vier weitere depressive Symptome auf.
  • Das soziale oder berufliche Leben ist deutlich beeinträchtigt.

Formen der Depression

  • Unipolare Depression: eine einmalige, länger anhaltende depressive Episode. Das ist die häufigste Form.
  • Rezidivierende unipolare Depression: wiederkehrende Episoden, zwischen denen keine Symptome bestehen.
  • Bipolare Depression: ein Wechsel von depressiven und manischen Phasen.
  • Dysthymie: eine abgeschwächte, dafür langanhaltende Symptomatik über mindestens zwei Jahre.

Zwei Schilderungen

So kann sich das anhören, wenn jemand zum ersten Mal davon erzählt.

Die beiden Schilderungen sind Beispiele. Sie geben keinen realen Fall wieder und beschreiben keinen bestimmten Menschen, denn was mir jemand anvertraut, bleibt bei mir. Wie sich eine Depression von innen anfühlt, lässt sich aber schlecht aufzählen. Deshalb stehen sie hier.

Ich war immer für alle da. Für meinen Mann war das selbstverständlich, und ehrlich gesagt für mich auch. Ich dachte ja, ich bin versorgt. Gearbeitet habe ich nur stundenweise, das ging so. Und dann ist er gegangen, von heute auf morgen. Einfach so.

Seitdem stehe ich da und komme mit nichts mehr hinterher. Die Wohnung kann ich allein kaum halten. Ich schlafe nicht mehr, liege abends stundenlang wach und bin morgens um vier wieder oben. Den ganzen Tag dreht sich alles um dieselbe Frage: Warum? Was habe ich falsch gemacht? Essen mag ich nicht mehr, ich habe abgenommen, und außer der Arbeit bekomme ich nichts mehr auf die Reihe. Meine Freundinnen haben langsam auch keine Geduld mehr, ich bin ja zu nichts zu gebrauchen. Am liebsten wäre ich gar nicht mehr da.

Eine Frau, Mitte vierzig

Ich habe jahrelang jemanden gepflegt, der mir nahestand. Es wurde nach und nach mehr: kochen, begleiten, organisieren, alles, was eben anfällt. Anstrengend war das schon, aber auch selbstverständlich. Als es vorbei war, musste noch einiges geregelt werden. Das haben wir gut hinbekommen, ohne Streit, darüber bin ich wirklich froh.

Und dann dachte ich: Jetzt kann ich endlich all das machen, wofür jahrelang keine Zeit war. Aber das Komische ist: Ich habe gar keine Lust mehr. Nicht einmal auf das, worauf ich mich am meisten gefreut hatte. Seit ein paar Wochen bin ich ständig gereizt, manchmal werde ich richtig laut, und hinterher ist mir das sehr unangenehm. Abends brauche ich ewig, bis ich einschlafe, das kannte ich von mir gar nicht. Zum Sport mit meinen Freunden sage ich jede Woche ab, weil ich todmüde bin. Inzwischen fragen sie schon gar nicht mehr. Ich verstehe das alles nicht, ich habe doch gar keinen Grund. Aber so kann es nicht weitergehen.

Ein Mann, Ende sechzig
Eine Zeichnung: mehrere ineinandergreifende Gesichter im Profil, in Ocker, Terrakotta und Creme, aus denen Farbe nach unten läuft
Ursachen

Warum eine Depression entsteht

Depressionen haben meist mehrere Ursachen, die zusammenwirken. Sie sind multifaktoriell und bei jedem Menschen verschieden.

Oft entwickelt sich eine Depression aus einer belastenden Situation oder aus lang anhaltendem Stress, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Auch traumatische Ereignisse in der Vergangenheit können zu einer Depression führen.

Woran es liegen kann

  • Biologisch und genetisch: familiäre Vorbelastung, Veränderungen im Hirnstoffwechsel, etwa bei Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin.
  • Neurophysiologisch: die Reaktion des Gehirns auf Stress, hormonelle Schwankungen in der Schwangerschaft, nach der Geburt oder bei Schilddrüsen- und Nebennierenproblemen.
  • Entzündungen und Immunsystem: lang andauernde entzündliche Prozesse.
  • Psychologisch: negative Denkmuster, geringes Selbstwertgefühl, Traumata, frühkindliche Belastungen, chronischer Stress.
  • Umwelt und soziales Umfeld: belastende Lebensereignisse wie Verlust, Trennung oder Arbeitsverlust, soziale Isolation, fehlende Unterstützung.
  • Lebensstil und Gesundheit: Schlafprobleme, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, Alkohol oder Drogen, chronische Erkrankungen wie Schmerz, Diabetes oder Krebs.
  • Medikamente: manche Wirkstoffe können depressive Symptome auslösen.

Die Ursachen sind oft miteinander verflochten. Eine ärztliche Abklärung bei Hausarzt, Psychiaterin oder Psychologin ist sinnvoll, um eine passende Behandlung zu finden.

Je früher die Symptome erkannt werden, desto besser ist eine Depression behandelbar.

Was ich anbieten kann

Depressionen belasten Körper und Seele, oft mit einer schweren, anhaltenden Trübung von Stimmung, Energie und Lebensfreude. Je früher die Symptome erkannt werden, desto besser ist eine Depression behandelbar.

In meiner Praxis arbeite ich ganzheitlich mit bewährten Methoden wie EMDR, TRIMB, Musiktherapie, Hypnose und Gesprächspsychotherapie. Das Ziel ist, belastende Muster zu lösen, Ressourcen zu stärken und neue Perspektiven zu entwickeln. Wir schauen gemeinsam, welche Methode zu Ihnen passt, und erstellen einen Behandlungsplan, der auf Sie zugeschnitten ist.

Wenn Depressionssymptome Ihren Alltag beeinträchtigen, begleite ich Sie gerne auf dem Weg zurück zu mehr Lebensqualität. Gemeinsam klären wir Ziele und konkrete Schritte: nachvollziehbar, behutsam und in dem Tempo, das zu Ihnen passt.

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch. Sie erreichen mich telefonisch unter 0152 54083602 und 06223 47875 oder per E-Mail an kontakt@praxis-andrea-vanbebber.de. Lassen Sie uns gemeinsam den nächsten Schritt tun.

Mit Unterstützung lässt sich vieles leichter lösen

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